Im Jahr 2025 führte Spanien bedeutende Reformen seiner Vorschriften für die Kurzzeitvermietung ein, mit dem Ziel, die florierende Tourismusbranche mit den Rechten der Einwohner und der Verfügbarkeit von Wohnraum in Einklang zu bringen. Diese Änderungen betreffen Immobilieneigentümer, Vermietungsplattformen und Eigentümergemeinschaften im ganzen Land.
1. Wichtige Gesetzesänderungen für die Kurzzeitvermietung
Verpflichtende Zustimmung der Gemeinschaft Mit Wirkung vom 3. April 2025 änderte das Organgesetz 1/2025 das Wohnungseigentumsgesetz (Ley de Propiedad Horizontal) und verpflichtet Immobilieneigentümer innerhalb einer Eigentümergemeinschaft (Comunidad de Propietarios), eine ausdrückliche Genehmigung einzuholen, bevor sie ihre Immobilien zur touristischen Vermietung anbieten. Eine Drei-Fünftel-Mehrheit der Stimmen der Eigentümer reicht nun aus, um Beschränkungen oder Verbote für Kurzzeitvermietungen in ihren Gebäuden aufzuerlegen.
Empfohlene Maßnahmen: - Eine Eigentümerversammlung einberufen: Formell die Aufnahme der Genehmigung für die touristische Vermietung in die Tagesordnung der Versammlung beantragen. - Mehrheitszustimmung erreichen: Eine positive Abstimmung von mindestens 60 % (drei Fünftel) der Immobilieneigentümer erhalten. - Eine 20-tägige Einspruchsfrist beachten: Nach der Versammlung ist ein Zeitfenster von 20 Tagen für etwaige Einsprüche vorgesehen, bevor die Genehmigung finalisiert wird. Insbesondere sind Immobilien mit gültigen Lizenzen für die touristische Vermietung, die vor dem 3. April 2025 erworben wurden, von der Einholung einer zusätzlichen Zustimmung der Gemeinschaft befreit.
2. Einrichtung eines nationalen Registers für touristische Vermietungen
Seit dem 2. Januar 2025 hat Spanien ein nationales Register für touristische Vermietungen und Saisonvermietungen eingeführt, das die Registrierung aller Kurzzeit-Mietobjekte vorschreibt. Diese Initiative zielt darauf ab, den Markt zu regulieren, unlizenzierte Vermietungen zu verhindern und die Steuerehrlichkeit zu verbessern.
Wichtige Aspekte:
- Verpflichtende Registrierung: Jede Immobilie, die für Kurzzeit- oder Saisonvermietungen genutzt wird, muss registriert sein und eine eindeutige Identifikationsnummer zugewiesen bekommen.
- Einhaltung durch Plattformen: Vermietungsplattformen (z. B. Airbnb, Booking.com) müssen sicherstellen, dass alle gelisteten Immobilien eine gültige Registrierungsnummer anzeigen.
- Jährliche Erneuerung: Immobilieneigentümer müssen ihre Registrierung jedes Jahr erneuern und Berichte über ihre Vermietungstätigkeit vorlegen.
Das neue System wird ab dem 1. Juli 2025 voll einsatzfähig sein, und Immobilien, die sich nicht registrieren, riskieren die Entfernung von den Vermietungsplattformen sowie potenzielle Bußgelder.
3. Erweiterte Befugnisse für Eigentümergemeinschaften
Änderungen am Wohnungseigentumsgesetz räumen Eigentümergemeinschaften eine größere Kontrolle über die Kurzzeitvermietung in ihren Gebäuden ein. Eine Drei-Fünftel-Mehrheit der Stimmen der Eigentümer reicht nun aus, um Beschränkungen oder Verbote für die touristische Vermietung aufzuerlegen. Diese Änderung ermächtigt die Bewohner, die Präsenz von Touristenunterkünften in ihren Gemeinschaften zu beeinflussen.
4. Lokale und regionale Vermietungsbeschränkungen
Zusätzlich zu den nationalen Vorschriften führen mehrere spanische Städte lokale Beschränkungen für Kurzzeitvermietungen ein: - Málaga: Ein dreijähriger Stopp für neue Lizenzen zur touristischen Vermietung in 43 Bezirken, in denen Ferienvermietungen 8 % des verfügbaren Wohnraums überschreiten. - Barcelona: Pläne zur Abschaffung von 10.000 Touristenappartements bis 2028, um diese wieder in den langfristigen Mietmarkt zu integrieren. - Sevilla: Einführung strenger Durchsetzungsmaßnahmen, einschließlich der Kappung der Versorgungsleitungen bei illegal betriebenen Mietobjekten.
5. Jede Region kann zusätzliche Bedingungen anwenden, daher ist es für Immobilieneigentümer unerlässlich, auf dem Laufenden zu bleiben
Neue Anforderungen an die Datenerhebung für touristische Vermietungen Ab Dezember 2024 müssen Anbieter von Touristenunterkünften zusätzliche Gästedaten für Sicherheits- und Steuerzwecke erfassen und melden. Die neuen Vorschriften erfordern die Erfassung detaillierter personenbezogener Daten, einschließlich vollständiger Namen, Adressen und Zahlungsinformationen, die an die spanischen Behörden gemeldet werden müssen. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Transparenz und Rechenschaftspflicht im Sektor der Kurzzeitvermietung zu erhöhen.
Beratung für Immobilieneigentümer
Um die Einhaltung der neuen Vorschriften zu gewährleisten und potenzielle Strafen zu vermeiden, sollten Immobilieneigentümer: - Ihre Immobilie registrieren: Stellen Sie sicher, dass Ihre Immobilie im nationalen System registriert ist und fordern Sie eine eindeutige Identifikationsnummer an. - Die Zustimmung der Gemeinschaft sichern: Holen Sie eine ausdrückliche Genehmigung von Ihrer Eigentümergemeinschaft ein, bevor Sie Ihre Immobilie zur touristischen Vermietung anbieten. - Informiert bleiben: Halten Sie sich über lokale und regionale Vorschriften auf dem Laufenden, die Ihre Vermietungstätigkeit beeinflussen könnten. - Genaue Aufzeichnungen führen: Erfassen und melden Sie Gästedaten wie gesetzlich vorgeschrieben, um Transparenz und Konformität zu gewährleisten. Durch das proaktive Angehen dieser Schritte können Immobilieneigentümer die sich entwickelnde Regulierungslandschaft meistern und ihre Kurzzeitvermietungen in Spanien weiterhin legal und erfolgreich betreiben.
